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Dem Heiligen Geist eine größere Landebahn bauen

Gedanken von Diakon Thomas Pfeifer zum Pfingstfest 2021

Es ist ein ungewohnter Begriff, mit dem sich die Seelsorgerinnen und Seelsorger des Bistums Würzburg gerade anfreunden: Sozialraumorientierung. Bei diesem Thema geht es darum, auf den Sozialraum zu schauen, in dem Menschen zu­sammen leben, und Haltungen oder Handlungsweisen zu vermitteln, die die Ver­besserung von Lebensverhältnissen zum Ziel haben. „Sozialraum“ ist keine feste, räumlich umschriebene Größe wie ein Landkreis oder eine Pfarrei, sondern der Raum, in dem Menschen ihre sozialen Bezüge wahrnehmen. Dazu zählen bei­spielsweise Schule, Vereine, Kita, Arbeitsstätten oder Nachbarschaft, die als Kno­tenpunkte des gesellschaftlichen Lebens den „Sozialraum“ von Menschen bilden.

Für den Würzburger Bischof Dr. Franz Jung steht die Bezeichnung „Sozialraum­orientierung“ als eine Vision dafür, wie sich die Kirche neu aufstellen kann in den 40 Pastoralen Räumen der Diözese, die aktuell gebildet werden. Entscheidend sei es, dass die Neuaufstellung dazu beitrage, Kirche mit den Menschen zu sein. Da er von seinen Besuchen vor Ort wisse, dass die Caritas Augenöffner für viele Projekte sei, habe er die Vision einer „pastoralen Caritas und einer caritativen Pastoral“ im Bistum Würzburg.

Wie das in der Praxis erfolgreich funktioniert, zeigen zwei Beispiele: in der Stutt­garter Pfarrei Sankt Maria hat sich das Gotteshaus seit 2017 für Ideen geöffnet, was der Kirchenraum jenseits der sakralen Nutzung sonst noch alles sein könnte. Unter der Website st-maria-als.de ist aufgeführt, wie die Ideen in die Tat umge­setzt wurden: St. Maria als ... Galerie, Werkstatt, Stammtisch, Café, Flohmarkt, Aus­sichtspunkt, … - und natürlich als Kirche. In Kleinostheim ist durch eine Koopera­tion von Vereinen, politischer Gemeinde sowie der Kirchengemeinden das Projekt „Unbezahlbar“ entstanden. Es ermöglicht heute vielfältige Hilfsangebote „von Mensch zu Mensch“. „Wo Kirche sich einfügt, fügt sich ganz viel. Da hat der Heilige Geist eine größere Landebahn.“, sagen Beteiligte vorort.

Sozialraumorientierung klingt modern, ist aber keineswegs neu. Schon vor 2000 Jahren ist ein jüdischer Rabbi in Palästina nach diesem Prinzip mit Menschen um- und auf sie zugegangen – ohne Berührungsängste, wie man heute gerne sagt. In seiner Rede vom Endgericht wird Jesus in der Bibel so zitiert: „Was ihr den Geringsten nicht getan habt, das habt ihr auch mir nicht getan“. Sozialraum­orientierung ist ein Ansatz, konkrete Verhältnisse vor Ort zu erfassen und den Blick für die Not der Gegenwart zu schärfen. So kann Kirche zu einer dienenden Kirche werden aus dem Geist Jesu Christi, die die Nöte der Menschen wahr­nimmt und ihnen dort begegnet, wo sie der Hilfe bedürfen.

Was halten Sie davon?            fragt Diakon Thomas Pfeifer

 

Links zum Thema Sozialraumorientierung:

>>> Lebendige Räume

>>> St. Maria als ...

 

… und schöpfen draus die Zuversicht!

Gedanken von Pfarrer Dieter Hammer zu den Kar- und Ostertagen 2021

>>> … und schöpfen draus die Zuversicht!

 

Mach kein finsteres Gesicht

Verständnis erfreut die Menschenseele

In der Unrast schenkst du Ruh

 

 

 

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