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Novemberzeit

Alles hat seine Zeit. Auch der November. Den ich eigentlich nicht so gerne mag. Weil er kalt und nass ist, dunkel und ungemütlich.
Da wird einem die Vergänglichkeit des Lebens regelrecht vor Augen geführt. Wenn es so etwas wie eine Jahreszeit für Trauer gibt, dann ist es der November. Viele gehen in diesen Tagen auf den Friedhof, richten das Grab eines lieben Verstorbenen und erinnern sich an die Zeit und Zeiten, die man gemeinsam verbracht hat. Auch wenn es weh tut.
Die Zeit der Trauer ist eine wichtige, notwendige Zeit. Keine verlorene Zeit. Im Gegenteil. Sie ist stärkende Zeit für das weinende Herz. Weil sie dem Kummer Raum gibt. Und der Seele eine Türe öffnet ihn zu betreten. Damit sie loslassen kann, auch wenn sie halten will.
Sie ist Pflegezeit für die wunde Seele im Nachspüren vergangener Tage und Zeiten. Heilsamer Schutzraum zum Innehalten und Gewahrwerden. Im Blick auf das Gestern wie das Heute.
Ich finde, das ist ein tröstlicher Gedanke. Und er bringt mir den Monat November näher. Als eine notwendige, wichtige Zeit. Im Lauf der Jahreszeiten. Für mich. Gewissermaßen als besondere Jahreszeit im Laufe meines Lebens.
Ich glaube, ich brauche den November. Als Zeit zum Erinnern und Nachsinnen über das, was in diesem Jahr alles gewesen ist. Eine herrliche Wanderung im Frühjahr. Der Urlaub im Sommer. Die veränderten Lebensbedingungen und ‐perspektiven durch die Pandemie. Der spürbar schmerzende Verlust von Nähe, Gemeinschaft und auch Unbekümmertheit. Und die Freude über das Wiederkehren von „Normalität“ nach der Impfung.
Freude und Hoffnung, Trauer und Angst: das Auf und Ab im Leben - auch in diesem Jahr wieder. Denn alles hat seine Zeit. Die Bibel beschreibt diese Erfahrung so (Das Buch Kohelet, Kapitel 3): Weinen und Lachen, geboren werden und sterben, suchen und verlieren, kommen und wieder gehen, alles hat seine Zeit.
Und alle Zeit steht in Gottes Hand. Besonders die Novemberzeit. Weil sie der Seele eine Türe öffnet. Und Raum gibt. Zum Innehalten und Gewahrwerden.

Herzliche Grüße, Ihr Diakon Thomas Pfeifer


 

… und schöpfen draus die Zuversicht!

Gedanken von Pfarrer Dieter Hammer zu den Kar- und Ostertagen 2021

>>> … und schöpfen draus die Zuversicht!

 

Mach kein finsteres Gesicht

Verständnis erfreut die Menschenseele

In der Unrast schenkst du Ruh

 

 

 

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